Person-geleitete Verhaltenstherapie

Die Weiterentwicklung der Schematherapie am Institut für Schematherapie in Eckernförde hat nach Modifikationen, Ergänzungen und einem neuen Rahmen für die therapeutische Beziehung zu einer neuen Richtung in der Verhaltenstherapie geführt: Person-geleitete Verhaltenstherapie.

Sie unterscheidet sich von anderen Ausrichtungen der Verhaltenstherapie durch die besondere Hervorhebung der Person als Ausgangspunkt für jegliches Geschehen in der Therapie.

Sie basiert auf einem umfassenden und breiten Verhaltensbegriff und schließt deshalb auch die Kooperation mit anderen erfolgreichen Psychotherapierichtungen ein. Dies geschieht durch differentielle Zuweisung einzelner Patienten, Übernahme von Behandlungselementen in das Repertoire der Person-geleiteten Verhaltenstherapie oder zeitgleiche sowie sukzessive Zusammenarbeit mit Therapeuten unterschiedlicher Orientierung und Kompetenzen.

Ausgangspunkt

Ausgangspunkt der neuen Richtung der Verhaltenstherapie ist die Anerkennung der Person als erstrangig für Diagnose und Intervention. Unterschiedliche Verhaltens- oder Störungsebenen werden ausschließlich auf dem Hintergrund der Person oder von ihr ausgehend betrachtet. Es gibt kein von der Person abgelöstes Verhalten, sowie es keine von der Person abgelöste Störung gibt.

Vergleichbar wird die Einbindung der Person in ihre äußeren Lebensbedingungen gesehen. Es gibt somit kein Verhalten, keine Störung außerhalb des Dreiklangs Person, Lebensbedingung und Bewältigungsverhalten - gleich ob es als funktional oder dysfunktional qualifiziert wird.

Traditionelle Verhaltenstherapie, auch sog. kognitive Verhaltenstherapie, wird nicht in Konkurrenz sondern als nützlicher Steinbruch für auszuwählende Bausteine im Einzelfall gesehen.

Verhaltensebenen, auf denen Verhaltenstherapie nicht zu Hause ist oder für die sie nichts zu bieten hat, erfordert die Zuweisung zu oder die Kooperation z.B. mit Gestalt-, Gesprächs-, Realitäts- oder Individualtherapeuten.

Rahmenkonzept und Vorgehensweise

Person-geleitete Verhaltenstherapie liefert sowohl ein Rahmenkonzept für die Sicht von der Person im Änderungsprozess als auch spezifische Vorgehensweisen für Diagnostik, Änderungsplanung und Interventionsschritte.

Für Diagnostik und Änderung ist die herausragendste Methode der Person-geleiteten Verhaltenstherapie der Einsatz von Puppen als Repräsentanten relativ eigenständiger Personanteile.

Die Person-geleitete Verhaltenstherapie bietet in diesem Zusammenhang eine neue Theorie der Person, die Parallelen mit neuen Forschungsansätzen aufweist.